Im Jahre 1109 fiel das Gebiet der an Saxen grenzenden Freigrafschaft Friegau durch eine Eheschließung in säxischen Besitz. Zunächst wollte der damalige Herzog persönlich die Erbin der Grafschaft ehelichen, doch dazu kam es nicht mehr, als er von einem Feldzug nicht Heim kehrte. Sein Sohn und Thronfolger Konrad aber hatte andere Heiratspläne. Er war mit der Erbin einer alten frankonianischen Grafschaft im Morgenland versprochen und sah es gar nicht ein, auf die fremdländischen Reichtümer dieser Enklave im Orient zu verzichten. Auf drängen der Berater heiratete dann der zweitgeborene Sohn Albrecht, der damalige Graf von Immen, die Erbin und sicherte somit den säxischen Anspruch auf Friegau. Bei einem tragischen Unfall auf der Wurla kamen jedoch beide ums Leben. Da die kurze Ehe kinderlos geblieben war, setzte der Herzog Konrad einen seiner Vertrauten als Grafen ein, der auch gleichzeitig der Begründer der aktuellen Herrscherfamilie von Friegau war. Noch heute spricht man hinter vorgehaltener Hand von einem Brudermord.
Ein weiteres nennenswertes Ereignis in der Geschichte Saxens war 1138 die aggressive Landerweiterung des damaligen Grafen von Öderland, Franz von Kaltenburg. In der langen Tradition der Grafschaft hatte sich Öderland zu einem der militärisch stärksten Landesteile entwickelt. Dies wurde von den anderen Grafschaften immer mit Argwohn beäugt. Mit dem Reichtum den sich der Graf von Öderland angehäuft hatte, rüstete er sein stehendes Heer auf und mit den vielen Nahrungsreserven konnte er ruhigen Gewissen einen großen Heerbann ausheben. Franz von Kaltenburg war darüber hinaus ein ausgezeichneter Heerführer und Taktiker und so konnte er in kurzer Zeit Teile von Immen und Wilderhain erobern. Kurz bevor die öderländer Truppen auch in Marienborn einmarschierten schaltete sich der Papst persönlich ein. Nach einer erbitterten Schlacht die keine der beiden Seiten als Sieger hervorgehen ließ, willigte Franz in Verhandlungen ein. Er mußte nur den eroberten Teil von Wilderhain wieder an den Herzog abtreten und die Grafschaft an seinen Sohn Lothar übergeben, dann sollte das restliche Gebiet im Besitz Öderlands verbleiben. Franz willigte ein und der Pontifex erstickte jeden Protest des Grafen von Nordried, ja selbst des Herzogs im Keim. Letztendlich blieb ihnen auch nichts anderes übrig als die Entscheidung zu akzeptieren, da ohne die Unterstützung aus Rom Öderland niemals im Zaum zu halten wäre. Der Papst aber war schlau, denn Lothar von Kaltenburg war ein Freund der Kirche und einfacher zu kontrollieren als es sein Vater jemals gewesen wäre. Und in der Tat, der neue Graf von Öderland knüpfte an das Werk seiner Vorfahren an und machte Öderland zu einer Wirtschaftsmacht anstatt zu einer Kriegsmacht.